Nachdem ich die Berufsgrunduntersuchung (BU) auf wundersame Weise positiv überstanden hatte flatterte mir viel schneller als erwartet Brief von der Lufthansa ins Haus. Kurz überflogen stand in etwa drin das die Lufthansa und das DLR sich freuen würden, dass sie mich zur Firmenqualifikation (FQ) einladen könnten da ich die BU erfolgreich absolviert hätte. Das hies also auf in die zweite Runde im DLR-Haus des Horrors.
Ich bin wieder einen Tag früher angereist um keinen Stress zu haben. Am nächsten Tag hab ich im Hotel beim Frühstück zwei andere FQler getroffen die sich darüber unterhalten haben wie gestern der erste Tag war. Für einen Moment wurde mir heiß und kalt und ich bin wieder auf mein Zimmer gestürmt um nachzuschauen ob ich mich nicht etwa um einen Tag vertan hatte?! Ich hatte noch die Passage aus dem Schreiben zur FQ im Kopf das bei unentschuldigtem Fernbleiben das Auswahlverfahren automatisch gelaufen ist. Glücklicherweise stellte sich dann heraus, dass sich meine FQ mit der davor laufenden FQ um einen Tag überschneidet ... Jetzt war ich also hellwach und es konnte los gehen.
Wieder rein in das berüchtigte Haus in der Sportalle 54a, diesmal aber im 5. Stock nicht nach rechts sondern nach links! Nach und nach fanden sich so neun Mann und eine Frau im Aufenthaltsraum ein. Wir warteten noch eine halbe Stunde in der wir uns alle ein bisschen kennenlernten bis wir in einen Raum gebeten wurden wo sich uns das Testteam und der Auswahlkapitän vorgestellten. Die Psychologen machten alle einen etwas reservierten Eindruck nur der Auswahlkapitän musterte jeden mit einem offenen Lächeln im Gesicht und gratulierte uns nochmal zur bestandenen BU. Danach hat teilte man uns in zwei Gruppen. Ich kam in die erste Gruppe und wir durften gleich in einen zweiten Raum marschieren. Hier kam auch gleich das erste Gruppenspiel dran.
Also rein in das Zimmer. Ein runder Tisch, fünf Namenskärtchen, jeder eine Mappe mit Informationsmaterial für die Diskussion auf dem Tisch und außen um den Tisch herum die vier Psychologen und der Auswahlkapitän die jeweils einen von uns beurteilten. Diese Gruppendiskussion war von der Aufgabenstellung sehr argumentativ geprägt. Es ging darum als Vertreter einer Abeilung eines großen Touristikonzerns seine Abteilung in der zukünftigen Strategie am besten zu positionieren. Nach einer Einarbeitungszeit in die Unterlagen und einer kurzen Erklärung durch eine der Pschologinnen sollte es auch direkt losgehen. Wir hatten nur einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung in dem wir zu einem Ergebnis kommen mussten. Nach ungefähr der Hälfte der Zeit sollten wir ein erstes Zwischenergebnis präsentieren. Nachdem die Regeln erklärt waren und niemand mehr eine Frage hatte ging es auch ganz unvermittelt los - mit einer Pause. Ich habe die Führung übernommen, um die Pause im ersten Moment zu überbrücken. Als die Diskussion dann lief hab ich mich aus der Moderatorenrolle etwas zurüggezogen da wir sehr konstruktiv und entspannt diskutiert haben. Es haben sich auch alle darum bemüht, dass immer alle zu Wort kommen und so hatten wir eine wirklich nette Diskussion. Meine Gruppe hat super harmoniert und wir haben am Ende einen Kompromiss gefunden mit dem alle gut leben konnten. Danach mussten wir noch ein paar schriftliche Fragen zur Selbsteinschätzung beantworten; wie wir mit unserer Leistung zufrieden waren und ob das Ergebnis fü uns annehmbar gewesen ist. Damit lag das erste Gruppenspiel schon hinter uns und ich war eigentlich überrascht wie gut das doch gelaufen ist. Aber nicht zu früh freuen, das zweite Gruppenspiel wartet ja noch.
Ein paar kleine Tipps:
Hier in diesen Gruppenspielen geht es weniger um den erreichten Platz im Spiel selber als um die Kommunikation und das Verhalten in der Gruppe. Auch kann es sicher nicht schaden wenn man ein bisschen die Moderatorenrolle übernimmt, gerade wenn ein paar Kollegen zu sehr ihre eigenen Ziele verfolgen und damit gegen Gruppe arbeiten. Wenn man in so einer Situation als Moderator auftritt und auch die anderen wieder in die Diskussion mit einbezieht ist das sicherlich ein Pluspunkt. Ich denke, das dies einer der wichtigen Punkte ist die anderen immer mit ein zu beziehen und auch auf deren Argumente einzugehen. Zwar soll man im Spiel den besten Platz erreichen, ich würde aber sagen, dass es wichtiger ist, das die Gruppe in der vorgegebenen Zeit zum Ziel kommt. Nichts reden ist sicherlich das schlimmste was man machen kann. Nur wer viel redet kann auch von den Psychologen bewertet werden. Natürlich soll man hier nicht in ewige Monologe verfallen, aber ein aktives Einbringen in die Diskussion sollte schon drin sein.
Nach dem Gruppenspiel waren wir Fünf ganz guter Dinge bis eine Psychologin einen meiner Mitstreiter und mich in den Keller entführte wo wir einen Extratest machen "durften". Dieser würde wohl nicht in die Bewertung mit eingehen sonder nur für eine Diplomarbeit einer Psychologin durchgeführt werden. Erstmal wurden wir mit einem Kehlkopfmikrofon und einem Headset verkabelt und dann ging es darum den Computer auf verschiedene Befehle zu trainieren ("Computer ... Energie!" ;-) ) und die dann nachher in ziemlich stressigen Übungen anzuwenden. Die Befehle waren in etwa "oben", "unten", "links", "rechts" und "Fehler". Die folgenden Übungen haben mich sehr an den OWT aus der BU erinnert nur das es viel mehr Instrumente waren und wir auch nur die Richtung angeben sollten in die die Pfeiler zeigen. Zwischen den Durchgängen mussten wir immer wieder die Zahlenreihe von 1 bis 10 sagen - wahrscheinlich um den Grad der Aufgeregtheit in der Stimme messen zu können. Nach einigen Durchgängen änderte sich die Aufgabenstellung und es ging darum Symbolfolgen logisch zu ergänzen. Natärlich musste das passende Symbol da auch wieder per Spracheingabe ausgewählt werden. Beide Aufgaben waren unter einem extremen Zeitdruck zu lösen und so war es nicht verwunerlich das ich da einige Fehler eingebaut habe. Was da den Stress noch eröht hat war die Tatsache, dass es sofort ein Feedback vom Computer gab ob die Aufgabe flasch oder richtig gelöst wurde. Dann wurde uns ein kurzer Film (~5 min) mit tollen Wolkenbildern und Sonnenuntergängen, untermalt mit entspannender Musik, gezeigt. Der Film hat mir gut gefallen und hätte ruhig länger sein dürfen. Danach wieder einmal das leidige bis 10 zählen. Damit waren wir entlassen und fuhren wieder hoch in den fünften Stock zu den anderen. Nach einer kurzen Pause im Aufenthaltsraum am Wasserautomaten (nach bestandener BU weiss man ja wo die Becher sind) kam der erste aus dem Streitgespräch raus und berichtete nicht viel gutes. Dann war ich auch schon dran und wurde ins Vorbereitungszimmer gebracht.
Im Vorbereitungszimmer hatte ich 10min Zeit um mir die Aufgabenstellung durchzulesen und auf einem Zettel (unbewertete) Notizen zu machen. Ich habe mir die Aufgabe 2-3 mal durchgelesen und kaum was notiert - meine Argumentationskette hab ich mir schon beim Lesen zurechtgelegt. Die betreuende Psychologin griff zum Telefonhörer und dann wurde ich von einem weiteren Psychologen zum Streitgespräch gebracht. Es fand im gleichen Zimmer statt wie auch schon unser Gruppenspiel. Bevor ich das Zimmer betrat sagte mir mein Begleiter noch das das Streitgespräch losgeht, sobald ich die Tür öffne. Im Zimmer saßen an der Wand drei Psychologen (wie immer griesgrämig guckend), der Auswahlkapitän (wie immer freundlich lächelnd) und alleine am großen runden Tisch meine Streitgesprächskollegin "Frau Grün" (auch eine Psychologin aber freundlich guckend (liegt villeicht am Alter - sie war maximal 25) und eigentlich sehr nett). Nachdem ich sie kurz begrüßt hatte und auf mein Anliegen zu sprechen kam, ließ Frau Grün mit einem Nebensatz meine gesamte Argumentationskette zusammenbrechen. Ich versuchte dann zu retten was zu retten ist und probierte mit ihr einen Kompromiss zu erarbeiten. Sie war aber erst zum Einlenken zu bewegen nachdem ich ihr ziemlich zum Schluss vorschlug, dass ich evtl einen Teil der Kosten übernehmen würde und das wir für sie einen günstigen Kredit suchen gehen. Mit Handschlag den Kompromiß besiegelt und schon drehte sie sich um. Die Psychologin, die zusammen mit dem Auswahlkapitän das Schauspiel beobachteten, stellte mir sofort im Anschluß Fragen zur Selbsteinschätzung und wie ich den Kompromiß einstufen würde etc. Ich war mit dieser Frage so direkt etwas überrumpelt, da ich während dem Streitgespräch so mit dem Finden neuer Argumente beschäftigt war, dass ich keine Gelegenheit dazu hatte über mich und den gefundenen Kompromiß nachzudenken. Danach wurde ich wieder in den Pausenraum entlassen.
Nach kurzer Zeit wurde uns (der ersten Gruppe) die Bedienung des Straßenbeladetests erläutert und im Anschluß ein Video über die Funktion des Simulators am nächsten Tag gezeigt.
Nun stand das Straßenbeladen auf dem Programm. Bei diesem Test muss man im Team mehrere Straßen mit verschiedenen Gewichten möglichst optimal auslasten. Natürlich haben die Straßen Gewichtsbeschränkungen und es fallen auch mal Anzeigen aus. Die fehlenden Informationen muss einem dann der Teampartner via Sprechfunk geben. Kurz gesagt kann das ziemlich fies sein. Zusammen mit einem Kollegen aus der zweiten Gruppe saß ich nun also vor einem PC mit Headset auf den Ohren und absolvierte den Testdurchlauf im Team. Dabei half die Psychologin noch mit Tipps und Anregungen. Es war eine sehr lockere Athmosphäre und wir haben zu dritt viel gescherzt. Dann ging es an den Einzeldurchlauf der wohl schon zählte. Dabei schlug ich mich in eigener Einschätzung wohl ganz gut. Bei den Teamdurchläufen fielen auch prompt mehrere Anzeigen aus. Davon haben wir uns aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Obwohl wir in drei aufeinanderfolgenden Durchgängen nicht einen einzigen Punkt gemacht haben waren wir immer noch entspannt und hatten zusammen eine angenehme lockere Athmosphäre. Nach den Durchgängen mussten wir auch hier eine schriftliche Einschätzung ausfüllen. Gewertet wurde in Punkten zum Ankreuzen. Wieder im Aufenthaltsraum wurde ich auch gleich wieder aufgerufen. Das zweite Gruppenspiel stand an.
Wir kamen in den selben Raum wie beim ersten Gruppenspiel, aber es gab eine andere Psychologenzuordnung. Nun sollten wir unter Zeitdruck (hier läft nichts ohne Zeitdruck) einen Einsatzplan für uns als Piloten erstellen und dabei aber auch noch Kollegen mit einplanen die leider nicht anwesend sein können. Natärlich hat jeder Kollege (ob nun anwesend oder nicht) auch noch eine Liste mit privaten Terminen unterschiedlicher Wichtigkeit die in der Planung berücksichtigt werden musste. Und natürlich überschnitten sich teilweise die wichtigen Termine das auch hier wieder viele Kompromisse geschlossen werden sollten. Also auf ins Getümmel und das Gruppenspiel hinter uns gebracht. Nach der obligatorischen Einweisung der Psychologin ging es auch gleich los. Diesmal war meine Gruppe nicht ganz so harmonisch was zu einigem Chaos führte. Es waren zwei Leute dabei die unbedingt die Moderatorenrolle haben wollten und einer der unbedingt seinen Standpunkt durchdrücken wollte. Ich habe im Laufe des Spiels meine Standpunkte eingebracht aber sonst eigentlich nur versucht die Diskussion etwas zu ordnen. Hat aber leider überhaupt nicht funktioniert. Wir haben es gerade so geschafft 5 Tage zu planen dann war die Zeit schon um. Danach stand auch hier wieder eine Einschätzung an - diesmal handschriftlich in ganzen Sätzen.
Wieder aus dem Zimmer draussen meinten wir fertig zu sein für den heutigen Tag. Doch es tauchte ein noch uns unbekannter Psychologe auf der uns (mal wieder) einen Block Psycho-Fragen (192 Stück) am Rechner durchklicken ließ. Bewertung war mit --, -, + und ++ vorzunehmen. Auch hier waren wieder viele "alte Bekannte" dabei. Angeblich würden die Antworten nicht grundsätzlich in die Bewertung einfliessen, würden aber auf dem Tisch liegen. Also routiniert (die BU läßt grüßen) die Fragen durchgeklickt und dann zurück in den Aufenthaltsbereich.
Jetzt waren wir endgültig fertig für den Tag und warteten auf die Urteilsverkündung für wen von uns es am nächsten Tag weitergeht. Wir wurden alphabetisch nacheinander aufgerufen und in ein Besprechungszimmer gebeten. Dauert es lange bis der Aufgerufene wieder zurück kommt ist er raus. Alle vier vor mir brauchten lange bis sie wieder da waren. Dann war ich dran. Also mit ziemlich viel Herzklopfen in das Zimmer. Alle Psychologen und der Auswahlkapitän saßen nebeneinander hinter einem großen Tisch. Spontan fiel mir das Wort "Tribunal" ein. Der Kapitän führte das Wort. Wie ich mich den in meinen Augen geschlagen hätte wollte er wissen. Ich meinte, dass ich im Großen und Ganzen ganz zufrieden mit meiner Leistung wäre, auch wenn ich hier und da noch Dinge besser gemacht haben könnte. Dann interessierte er sich plötzlich dafür wann ich morgens denn normalerweise aufstehe und ob ich 9:30h am nächsten Morgen in meinem Terminkalender noch frei hätte. Ich konnte es nicht glauben - ich war am zweiten Tag dabei! Mit mir schafften es noch vier weitere in den nächsten Tag. Die andere Hälfte von uns musste leider nach Hause.
Mal wieder im fünften Stock angekommen haben wir uns erst einmal von den Leuten die zu ihrer BU kamen eine Runde bewundern lassen - irgendwie haben sich alle auf die linke Seite im fünften Stock verlaufen. Schon komisch - vor gar nicht allzu langer Zeit stand ich genauso da ...
Jetzt stand also der gefürchtete Simulator an. Wer jetzt so einen richtigen Full Flight Simulator (so eine Kiste auf Stelzen in der ein richtiges Cockpit steckt) erwartet wird bitter enttäuscht. Das ganze besteht aus einem großen Monitor auf dem ein paar Instrumente und die zu fliegende Route abgebildet sind, einem Steuerhorn und einem Gashebel. Außenrum ist sowas wie eine Kiste gebaut in der man nicht sonderlich viel Platz hat wenn die Tür zu ist. In der Kiste herrscht natürlich auch noch ziemlich stickige Luft. Aber der Reihe nach: Erstmal wurden ich etwas verkabelt mit jeweils einer Elektrode am Knöchel und am linken Handgelenk. Zusätzlich noch einen Pulsmesser am linken kleinen Finger, dann ein Headset und ein Kehlkopfmikrofon. So verdrahtet saß ich dann in dieser Kiste. Die durchführende Psychologin erklärte mir nochmal den Ablauf und die einzelenen Instrumente. Dann durfte ich mich in ein paar Übungsflügen mit dem Simulator vertraut machen. Die zu fliegende Route wird auf einer kleinen Kartendarstellung auf dem Monitor vorgegeben. Dabei sind Höhenänderungen farblich kodiert. Segmente auf denen man steigen muss sind blau und Segmente in denen es nach unten geht sind grün dargestellt. Neben ein paar "normalen" Kurven gab es auch ncoh die so genannte "Verfahrenskurve" die dazu dient in die Richtung aus der man gekommen ist wieder zurück zu fliegen und zwar genau in der gleichen Spur. Also nicht einfach ein 180°-Turn sondern etwas anspruchsvoller. Natürlich musste die Schubeinstellung beim Steigen und sinken auch noch nach vorgegebnen Werten variiert werden. Nachdem das so weit alles geklappt hat hieß es dann "Ernstfall". Die zu fliegenden Figuren wurden mit der Zeit immer anspruchsvoller und zeitfressender. Gegen Ende bin ich kaum noch nachgekommen mit dem neue Heading ausrechnen, Heading Bug setzen, Stopuhr resetten und neu starten, die Höhe im Auge behalten, den Gashebel in die richtige Position bringen, und nebenher noch fliegen. Auch nach diesem Test wollten sie wieder eine Selbsteinschätzung von mir. Ich fand mich dabei nicht ganz so toll weil ich glaubte einiges doch deutlich besser zu können als ich das eben gemacht habe. Danach dann endlich die Elektroden vom Körper reißen und wieder waaaaarten.
Mein Interview ließ ziemlich lange auf sich warten, da die beiden die einen früheren Simulatortermin abbekommen haben noch nicht ihr abschliessendes Urteil bekommen hatten. Von den beiden hat nur einer die FQ bestanden und der andere ist durchgefallen. Dann wäre ich mit dem Interview an der Reihe gewesen aber der Kollege der mit mir parallel im anderen Simulator saß wurde vorgezogen - auch er war leider raus. Scheinbar sprachen so garvierende Dinge gegen ihn, dass sie ihn nichtmal interviewt haben. Jetzt fehlten noch ich und mein Straßenbeladepartner. Doch ersteinmal sollten wir die Mittagspause genießen. Das mit dem Genießen gestaltete sich etwas schwierig, so angespannt wie wir waren. Nach der Pause kam ich dann endlich ins Interview. Hier hat der Kapitän ersteinmal erläutert das sie mir immer dann ins Wort fallen werden wenn sie genug erfahren haben - ich solle mich nicht aus der Ruhe bringen lassen denn sie würden das nur tun um Zeit zu sparen. Dann also erst ein paar Fragen wie ich denn die vergangenen zwei Tage erlebt hätte. Nach dieser netten Einleitung wurde dann mein Lebenslauf, mein Zeugnis meine Motivation komplett auseinander genommen. Der Kapitän stellte auch ein paar Fragen zum LH-Konzern die ich aber erschlagend beantworten konnte (Wer ist Vorstandsvorsitzender, auf welchem Muster werde ich anfangen sollte ich genommen werden, welches Muster würde ich bevorzugen - B737 oder A320). Nach 45min Interview die mir wie 1,5 Stunden vorkamen wurde ich wieder hinausgebeten. Jetzt sollte es dann ernst werden ...
Als die Kommission fertig beraten hatte wurde ich wieder hereingebeten. Der Kapitän wollte wissen ob ich eher ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch bin. Ich habe mich für den Kopfmensch entschieden. Er wollte wissen was mein Kopf denn sage. Ich erwiderte ihm, dass mein Bauch sagt ich will und ich hab das auch geschafft aber der Kopf sich nach den zwei Tagen nicht so ganz sicher sei. Der Kapitän meinte augenzwinkernd ich solle besser auf meinen Bauch hören. Ich muss ihn völlig ungläubig angeschaut haben als ich ihn fragte ob das jetzt ein Scherz sei. Er meinte nur ganz trocken er würde nie scherzen und überreichte mir mein Bestätigungsschreiben. Das Gefühl in diesem Moment ist wirklich unglaublich!
Jetzt erläuterten mir die Psychologen meine Testergebnisse seit der BU. Unter anderem sagten sie, dass mein MIC während der BU nicht ausreichend war und ich hier im Simulator eine sehrgute Leistung hätte bringen müssen was ich entgegen meiner Selbsteinschätzung auch getan hätte. Auf meine Nachfrage hin wie ich denn nicht ausreichend zu verstehen hätte meinte der Chefpsychologe das ich im MIC über dem Durchschnitt lag, allerdings in einer Art Grauzone in der ich mich hier im Sim deutlich besser präsentieren müsse was ich ja auch getan habe. Irgendwie habe ich davon allerdings nichtmehr sonderlich viel mitbekommen - gedanklich war ich schon ganz woanders.
Im Endeffekt haben von uns zehn FQlern nur drei bestanden.